24 Stunden: Anonyme Alkoholiker und Betroffene reden Klartext

Verwunderte Gesichter in den neunten Klassen.

4 Erwachsene betreten das Klassenzimmer.

 

Eine Person stellt sich vor: „Ich bin Katja und ich bin Alkoholikerin.“

 

Menschen, die offen über ihr Alkoholproblem reden kannten die Schüler bisher noch nicht. Schonungslos erzählten die Betroffenen wie Alkohol ihr Leben verändert und zerstört hat. Für die meisten begann der Griff zur Flasche schon in frühen Jugendjahren. Fehlende Zuneigung, die Unfähigkeit sich selbst zu lieben und ein Nicht-Wahrhaben-Wollen führten zur Abhängigkeit. Sie erzählten von gescheiterten Therapieversuchen, familiären Zerwürfnissen und Ohnmacht.
Erst die AA, die „anonymen Alkoholiker“, half ihnen, einen Weg aus der Sucht zu finden. Allein das Gespräch in der Gruppe, das gegenseitige Wahrnehmen und Unterstützen gab ihnen Kraft. „Ich bin 24 Stunden clean!“, das ist die Zeitspanne, die für Suchtkranke jeden Tag zu bewältigen ist. Viele 24 Stunden sind das Ziel und doch sind sie nur eine Armlänge von einem Rückfall entfernt.
Zu Wort kamen auch zwei Ehefrauen. Sie  schilderten eindrucksvoll ihr Leben an der Seite von Suchtkranken. Die Schüler waren mucksmäuschenstill, als die Frauen von dem alles bestimmenden Thema Alkohol in der Familie berichteten. Die „Al-Anon“-Gruppe, in der sich Familienangehörige von Alkoholkranken austauschen, gibt ihnen Möglichkeit, ihr Trauma zu bewältigen.
Nicht der Alkohol ist das Problem, der Kontrollverlust über den Konsum macht es dazu.

Die Botschaft war nicht, Alkohol zu verteufeln. In dem Moment, wo man die Kontrolle über den Konsum verliert, läuft man Gefahr abhängig zu werden.

 

Helfen kann man sich aber nur selber.

Solange soziale Gefüge noch funktionieren, geht die Sucht immer weiter.

 

Januar 2019

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