Besuch in der Synagoge der jüdischen Gemeinde Straubing

Die Klasse 8b und M8 besuchten gemeinsam mit ihren Klassenlehrern Herr Reichmann und Frau Biedersberger die Synagoge in Straubing im Rahmen des Religionsunterrichtes.

 

In Straubing angekommen wurden wir schon von Svetlana Zap empfangen. Frau Zap ist in der Ukraine geboren und seit Beginn der 90er Jahre in Deutschland. Sie arbeitet bei der jüdischen Gemeinde und macht viele Führungen im Jahr, da die Straubinger Synagoge die einzige in ganz Niederbayern ist.

 

Frau Zap berichtete uns zuerst von der Geschichte der Juden in Straubing. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es dort nämlich noch keine Synagoge, die Menschen trafen sich privat zum Beten. Erst als die Gemeinde größer wurde, baute man das Gebetshaus. Die Juden und die Christen hätten viele Gemeinsamkeiten, die Religionen seien Geschwister. „Und wir Juden sind die älteren“, erklärte uns Frau Zap. In der Synagoge gab es dann doch ein paar Unterschiede. So bilden die Juden Gott nicht ab und sie beten am Samstag, dem Sabbat. Laut dem jüdischen Kalender haben wir auch schon das Jahr 5779. Zudem dürfen die Juden am Sabbat nicht Einkaufen, kein Handy und keinen Strom verwenden und auch nicht Autofahren oder Zugfahren. „Wenn man das ganz streng halten will, dann muss man in eine große Stadt ziehen, wo es eine Synagoge gibt. Hierher, wenn jemand aus Landshut nach Straubing zum Beten kommen will, muss er natürlich fahren“, erzählte uns Frau Zap. Rund 800 Juden gäbe es in ganz Niederbayern, zu den Gebeten am Sabbat in Straubing kämen circa 30, bei besonderen Festen sei die Synagoge aber immer voll.
Besonders interessant waren Frau Zaps Erklärungen zur Tora, der heiligen Schrift der Juden. Eine Torarolle muss per Hand auf Pergament geschrieben werden. Dafür gibt es den Beruf des Toraschreibers. Für eine Rolle braucht er etwa ein Jahr. „Man darf nichts ausbessern. Wenn man sich verschreibt, ist die Tora nicht mehr heilig und man muss neu beginnen. Deshalb arbeitet ein Schreiber natürlich sehr langsam und sorgfältig.“ Während des Gebetes wird aus der Tora auf althebräisch vorgelesen. Dabei darf man die Tora, die auch „Königin“ genannt wird, nicht mit den Händen, sondern nur mit dem Zeigestab berühren. „Bei seiner Bar Mitzvah liest ein Junge mit 13 Jahren zum ersten Mal aus der Tora. Dann ist er offiziell ein Mann“, berichtete Frau Zap.

Wir durften dann auch einen Blick in den Toraschrein werfen. Dort werden in Straubing vier Torarollen aufbewahrt, obwohl nur eine gebraucht wird. „Wenn die Tora nach Jahren abgenutzt und fleckig ist, ist sie nicht mehr heilig und darf nicht mehr benutzt werden.“ Die alten Torarollen werden derzeit noch weiter im Schrein aufbewahrt. Sollte dort aber eines Tages kein Platz mehr sein, werde der Rabbiner, also der „Lehrer“ der Juden sie beerdigen.
Frau Zap erklärte uns auch die Speisegesetze und das Hochzeitsfest der Juden. Vier der Jungen durften den dazu nötigen Baldachin halten. Schließlich bekamen wir zum Abschied auch noch eine Packung Matze, eine Art jüdisches Knäckebrot, geschenkt.

 

Wir beendeten den Tag in Straubing mit einem Bummel durch die Innenstadt. Manche Schüler nutzten dort auch gleich die derzeit aufgebaute Eislaufbahn und drehten ihre Runden auf Schlittschuhen.

 

Februar 2019

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