Wenn ein „Nein“ Schule macht
Ein Wort, das im Schulalltag oft zwischen Tür und Angel verloren geht, stand am Nachmittag des 23. April 2026 im Mittelpunkt eines pädagogischen Selbstversuchs: „Nein“. Doch keine Sorge – es wurde weder trotzig gestampft noch streng geschimpft. Stattdessen übten sich die Lehrkräfte und das gesamte pädagogische Personal der Mittelschule Oberroning im kunstvollen Balanceakt zwischen Klarheit und Herzlichkeit.
Unter der Leitung von Frau Dipl. Sozialpädagogin Sandra Bachmeier drehte sich alles um das Thema „Mut zum NEIN – liebevoll Grenzen setzen / Schwierige Erziehungssituationen meistern“. Und schnell wurde deutlich: Ein gutes „Nein“ will gelernt sein. Denn zwischen einem reflexartigen Abblocken und einem bewusst formulierten Grenzsignal liegen Welten – pädagogisch wie emotional.
Mit einer gelungenen Mischung aus Theorie und Praxis führte die Referentin durch den Nachmittag. Besonders anschaulich wurde es bei der Bearbeitung konkreter Fallbeispiele aus dem Schulalltag. Ob vergessene Hausaufgaben, kreative Ausreden oder hitzige Konflikte – gemeinsam wurden Strategien entwickelt, wie man souverän und gleichzeitig wertschätzend reagieren kann.
Ein zentraler Bestandteil der Fortbildung war das Einüben von Ich-Botschaften. Statt Schuldzuweisungen gab es plötzlich Sätze wie: „Ich merke, dass mich das gerade herausfordert“ oder „Ich wünsche mir mehr Ruhe, damit wir gut arbeiten können“. Anfangs noch mit einem Augenzwinkern vorgetragen, entwickelten sich diese Formulierungen rasch zu ernstzunehmenden Werkzeugen im pädagogischen Repertoire.
Die Stimmung? Konzentriert, engagiert – und immer wieder von heiterem Lachen durchzogen. Denn wer hätte gedacht, dass das Setzen von Grenzen so unterhaltsam sein kann? Am Ende waren sich alle einig: Ein klares, liebevolles „Nein“ ist kein Hindernis, sondern eine Einladung zu respektvollem Miteinander. Und vielleicht ist es genau dieses kleine Wort, das künftig für ein großes Stück mehr Gelassenheit im Schulalltag sorgt.











